Diagnosen

DIS

Dissoziative Identitätsstörung
... hieß früher Multiple Persönlichkeitsstörung. Es bedeutet das viele Personen in einem Körper sind. Meistens ist eine Person die Alltagsperson, die also die meiste Zeit die Kontrolle über das Verhalten und das was gesprochen wird hat. Jede der Personen hat sein/ihr eigenes Denken, Fühlen und Handeln.

Dabei ist es möglich, dass diese Persönlichkeiten abwechselnd auftreten und dabei jeweils ein Bewusstsein der Existenz der anderen Alternativen-Persönlichkeiten haben, wie auch, dass sie fragmentiert, also völlig voneinander abgetrennt auftreten können und somit die eine von der Existenz der anderen nichts weiß. Früher wurde oft irrtümlich ein Zusammenhang zur Schizophrenie hergestellt.

In aller Regel wird die Störung auf schwere Traumatisierungen im Kindesalter zurückgeführt, darunter länger andauernde Misshandlungen und Vernachlässigung sowie im besonderen sexueller Missbrauch, oder extreme Erlebnisse mit Verletzten und Toten wie z.B. durch Mord, Krieg, schwere Unfälle, Katastrophen, besonders wenn die Eltern oder Geschwister betroffen sind.

Die Fähigkeit zur Dissoziation ist im Grunde in jedem vorhanden und wurde von jedem durchlebt. In der Kindheit werden die verschiedenen im Grunde dissoziierten Zustände zu einem Ich mit fließenden Übergängen vereint. Gerade Kinder in Todesgefahr oder schwer traumatisierenden Situationen sind oftmals gezwungen, diese Fähigkeit auszubauen und (insbesondere bei sich ständig wiederholender Gewalt) zu verfestigen, um zu überleben.

Patienten mit einer dissoziativen Identitätsstörung weisen zwei oder mehr unterschiedliche Persönlichkeiten (Alters) auf, die jeweils eigene Gedanken, Erinnerungen, Verhaltensweisen und Gefühle hervorbringen. Man unterscheidet drei Arten der Beziehungen zwischen den Subpersönlichkeiten:
Wechselseitige Amnesie: Die Alters kennen sich nicht.
Wechselseitiges Wissen: Die Alters kennen sich, häufig beobachten sie einander, treten aber nicht miteinander in Kontakt. Manchmal können sie sich durch Stimmen bemerkbar machen. Diese sind aber nicht mit akustischen Halluzinationen zu verwechseln, da die Stimmen von den Betroffenen "im Kopf" wahrgenommen werden und nicht außerhalb (in der Umgebung), wie es bspw. bei einer Schizophrenie der Fall ist.
Einseitige Amnesie: Nur manche der Alters wissen von der Existenz der anderen.
Die differenzialdiagnostische Abgrenzung zu anderen Störungen ist schwierig. Besonders muss die Unterscheidung von der Borderline-Störung oder anderen Persönlichkeitsstörungen, der Schizophrenie oder der Posttraumatische Belastungsstörung (Posttraumatic Stress Disorder, PTSD) getroffen werden.
Patienten mit einer Borderline-Störung leiden unter häufigen Stimmungsschwankungen, oft ohne von außen erkennbare Ursache, die zumindest auf den ersten Blick wie verschiedene Persönlichkeitsanteile imponieren können. Außerdem sind schwerwiegende Identitätsstörungen typisch für das Krankheitsbild.
Auch manche Formen der Schizophrenie weisen Ähnlichkeit zu Symptomen der multiplen Persönlichkeitsstörung auf: Manche dieser Patienten erleben Stimmen, die ihre Handlungen kommentieren und beobachten, ähnlich wie bei ko-bewussten Subpersönlichkeiten.
Die PTSD teilt mit der multiplen Persönlichkeit die traumatische Genese, außerdem treten typischerweise dissoziative Symptome auf. Häufig fühlen die Patienten sich auch von sich selber entfremdet.

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